RTK bei Mährobotern einfach erklärt: Infografik zur präzisen Satellitennavigation ohne Begrenzungskabel mit RTK-Referenzstation und digitaler Gartenkarte.

Was ist RTK bei Mährobotern? Einfach erklärt

RTK gehört heute zu den wichtigsten Navigationstechnologien moderner Mähroboter ohne Begrenzungskabel. Aktuelle Modelle nutzen diese satellitengestützte Positionsbestimmung, um Rasenflächen präzise zu kartieren, virtuelle Begrenzungen anzulegen und systematische Mähbahnen zu berechnen.

Doch was genau bedeutet RTK, wie funktioniert die Technologie und warum setzen viele Hersteller heute zusätzlich auf Kameras, LiDAR oder vSLAM?

In diesem Artikel erfahren Sie, wie RTK arbeitet, welche Vor- und Nachteile die Technologie hat und weshalb sie häufig Teil eines intelligenten Navigationssystems ist.


Was bedeutet RTK?

RTK steht für Real Time Kinematic.

Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur hochpräzisen Satellitennavigation.

Während ein herkömmliches GPS-Signal den Standort oft nur auf mehrere Meter genau bestimmt, kann RTK die Position eines Mähroboters – unter günstigen Bedingungen – auf wenige Zentimeter genau berechnen.

Dadurch wird es möglich,

  • virtuelle Begrenzungen anzulegen,
  • den Garten digital zu kartieren,
  • systematische Mähbahnen zu berechnen,
  • und vollständig auf ein Begrenzungskabel zu verzichten.

Wie funktioniert RTK?

Das Grundprinzip von RTK (Real Time Kinematic) ist erstaunlich einfach: Sowohl der Mähroboter als auch eine Referenzquelle empfangen gleichzeitig dieselben Satellitensignale. Da die Referenzquelle ihre exakte Position kennt, erkennt sie kleinste Abweichungen in den Satellitendaten und stellt Korrekturdaten bereit. Mithilfe dieser Korrekturen kann der Mähroboter seine Position oft auf wenige Zentimeter genau bestimmen.

Für die Bereitstellung dieser Korrekturdaten gibt es heute zwei gängige Verfahren:

RTK mit eigener Referenzstation

Bei der klassischen RTK-Navigation wird eine RTK-Referenzstation oder RTK-Antenne auf dem eigenen Grundstück installiert. Sie empfängt die Satellitensignale, berechnet die Korrekturdaten und überträgt diese direkt an den Mähroboter. Dieses Verfahren arbeitet unabhängig von externen Netzwerken und wird von vielen Herstellern eingesetzt.

NRTK – Korrekturdaten über ein Referenznetzwerk

Eine moderne Alternative ist NRTK (Network Real Time Kinematic). Hier stammen die Korrekturdaten nicht von einer eigenen Referenzstation, sondern von einem Netzwerk fest installierter Referenzstationen. Die Daten werden über das Mobilfunknetz oder eine Internetverbindung an den Mähroboter übertragen.

Dadurch entfällt bei einigen Modellen die Installation einer eigenen RTK-Antenne im Garten. Gleichzeitig profitieren Nutzer von Korrekturdaten, die auf einem großflächigen Referenznetz basieren. Voraussetzung ist jedoch eine stabile Internet- oder Mobilfunkverbindung.

RTK und NRTK im Vergleich

RTK mit Referenzstation NRTK
Eigene RTK-Antenne im Garten Keine eigene Referenzstation erforderlich
Unabhängig von Mobilfunkdiensten Nutzt ein Netzwerk aus Referenzstationen
Direkte Übertragung der Korrekturdaten Übertragung über Mobilfunk oder Internet
Einmalige Installation der Referenzstation Abhängig von der Netzabdeckung

Unabhängig davon, ob ein Mähroboter eine eigene RTK-Referenzstation oder NRTK nutzt, bleibt das Ziel dasselbe: eine möglichst präzise Positionsbestimmung für eine zuverlässige Navigation ohne Begrenzungskabel.


Warum spielt RTK heute so eine wichtige Rolle?

RTK hat die Entwicklung von Mährobotern ohne Begrenzungskabel maßgeblich geprägt. Die Technologie ermöglicht eine präzise Positionsbestimmung und bildet bei vielen Modellen die Grundlage für die Navigation.

Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass RTK allein nicht jede Situation optimal bewältigt. Unter dichtem Baumbestand, in schmalen Passagen oder in Bereichen mit eingeschränktem Satellitenempfang können zusätzliche Sensoren die Navigation deutlich verbessern.

Aus diesem Grund kombinieren viele aktuelle Premium-Mähroboter RTK heute mit weiteren Technologien wie Kameras, LiDAR oder IMU-Sensoren. Diese sogenannte Sensorfusion sorgt dafür, dass der Mähroboter auch unter anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig arbeitet.

Mehr dazu erfahrst du in unserem Artikel Warum bringen plötzlich viele Mähroboter-Hersteller ähnliche Technologien auf den Markt?


Reicht RTK allein aus?

Nein – und genau hier liegt ein häufiger Irrtum.

RTK ist zwar eine sehr präzise Technologie, stößt aber unter bestimmten Bedingungen an ihre Grenzen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • dichter Baumbestand,
  • hohe Gebäude,
  • schmale Durchgänge,
  • überdachte Bereiche,
  • schlechter Satellitenempfang.

Aus diesem Grund setzen viele Hersteller heute auf Sensorfusion.

RTK wird dabei mit weiteren Technologien kombiniert, beispielsweise:

  • Kameras,
  • vSLAM,
  • LiDAR,
  • IMU-Sensoren,
  • Radsensoren.

Fällt ein Sensor kurzfristig aus oder liefert ungenaue Daten, können andere Sensoren die Navigation unterstützen.

Mehr über diese Entwicklung erfahren Sie im ArtikelWarum bringen plötzlich viele Mähroboter-Hersteller ähnliche Technologien auf den Markt?


RTK , LIDAR oder vSLAM - wo liegen die unterschiede?

RTK bestimmt die Position eines Mähroboters mithilfe von Satellitensignalen und Korrekturdaten einer Referenzstation.

LiDAR arbeitet dagegen mit Laserimpulsen und erstellt ein dreidimensionales Modell der Umgebung.

vSLAM nutzt Kameras und markante Orientierungspunkte, um gleichzeitig eine Karte des Gartens zu erstellen und die eigene Position zu bestimmen.

Alle drei Technologien verfolgen unterschiedliche Ansätze und ergänzen sich häufig. Deshalb kombinieren viele Hersteller heute mehrere Navigationsverfahren in einem einzigen Mähroboter.

In unserem ausführlichen Vergleich LiDAR vs. vSLAM bei Mährobotern erfahren Sie, wie sich beide Technologien unterscheiden und wann welche Lösung ihre Stärken ausspielt.


Für welche Gärten eignet sich RTK?

RTK spielt seine Stärken besonders aus bei:

  • großen Grundstücken,
  • offenen Rasenflächen,
  • wenigen hohen Hindernissen,
  • guter Sicht zum Himmel.

Bei verwinkelten Grundstücken mit vielen Bäumen oder engen Passagen profitieren Mähroboter häufig von zusätzlichen Navigationssystemen wie LiDAR oder kamerabasierter Navigation.


Vorteile von RTK

  • sehr präzise Positionsbestimmung
  • kein Begrenzungskabel erforderlich
  • digitale Karten und Mähzonen
  • systematische Mähbahnen
  • hohe Flächenleistung
  • einfache Anpassung der Mähbereiche per App

Nachteile von RTK

  • benötigt guten Satellitenempfang
  • Einschränkungen unter Bäumen oder nahe Gebäuden
  • Referenzstation muss optimal platziert werden
  • arbeitet meist am besten in Kombination mit weiteren Sensoren

Fazit

RTK hat sich als eine der wichtigsten Technologien für Mähroboter ohne Begrenzungskabel etabliert. Die hohe Positionsgenauigkeit ermöglicht eine effiziente und systematische Navigation und bildet bei vielen Geräten die Grundlage für das digitale Mähen.

Die Entwicklung geht jedoch weiter: Moderne Mähroboter verlassen sich heute nicht mehr ausschließlich auf RTK. Stattdessen kombinieren sie satellitengestützte Navigation mit Kameras, LiDAR und weiteren Sensoren, um auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig zu arbeiten.

Für die Kaufentscheidung ist deshalb weniger entscheidend, ob ein Mähroboter RTK nutzt, sondern wie gut das gesamte Navigationssystem aufeinander abgestimmt ist. Erst das Zusammenspiel aus Hardware, Software und Sensorfusion sorgt für eine präzise und zuverlässige Navigation im Alltag.

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